Dual Channel Arbeitspeicher

Dual-Channel-Speicher: Lohnt sich der Aufpreis?

Ein Aufrüstkit stellt eine gute Alternative zum Neukauf eines Rechners dar. Sie enthalten die zentralen Komponenten Mainboard, Prozessor und Arbeitsspeicher (RAM) in einem vom Anbieter aufeinander abgestimmten Paket. Dennoch sollte man ein wenig über die Komponenten wissen, um das richtige Upgradekit zu finden. Ein häufig missverstandener Aspekt ist der Multi-Channel-Arbeitsspeicher, der als Dual-, Tripple- und Quad-Channel-RAM zu finden ist. Schauen wir uns einmal an, was genau das ist, und ob sich der etwas höhere Kaufpreis lohnt.

Wie funktioniert die Multi-Channel-Technik?

Normalerweise werden alle Speicherriegel über einen gemeinsamen Datenbus mit dem restlichen System verbunden. Der Datenbus besteht aus einer bestimmten Anzahl von Leitungen, über die Daten zwischen Speicher, Prozessor und anderen internen Komponenten ausgetauscht werden. Die in Bits gemessene Breite des Busses bestimmt, wie viele Daten sich in einem Taktschritt übertragen lassen. Die heute übliche Bitbreite beträgt 64 Bit, wodurch der Datenbus 8 Bytes gleichzeitig zwischen den Komponenten übermitteln kann. Vereinfacht lässt sich sagen, je breiter der Datenbus und je größer die zeitgleich übertragbaren Daten, desto schneller ist der Speicher. Bei der Multi-Channel-Architektur kommen zwei, drei oder vier getrennte Datenbusse zwischen Arbeitsspeicher und Speicherkontroller zum Einsatz.

Wie viel mehr Leistung ist möglich?

Durch die zusätzlichen Datenbusse lassen sich doppelt, dreimal oder viermal so viele Daten in einem Durchgang austauschen wie bei einfachem Single-Channel-Speicher. Rein rechnerisch ermöglicht das eine Steigerung der Speichergeschwindigkeit um 100, 200 respektive 300 Prozent. Da der RAM als zentrale Komponente an fast allen Rechenvorgängen beteiligt ist, wäre eine deutliche Leistungssteigerung des gesamten Systems zu erwarten. Tatsächlich liegt die effektiv erreichbare Geschwindigkeitssteigerung weit unter den theoretisch möglichen Werten. Verschiedene Tests und Benchmarks namhafter Hardware-Experten haben Steigerungen zwischen 5 und 70 Prozent gemessen, wobei der Quad-Channel noch am besten abschnitt.

Voraussetzungen für den Multi-Channel-RAM

Für den Multi-Channel-Betrieb sind keine speziellen Speichermodule erforderlich. Es ist das Mainboard, welches die notwendige Technik enthält oder nicht. Einige Mainboards unterstützen das sogenannte asymmetrische Dual Channel beziehungsweise den „Flex-Mode“. Hierbei lassen sich Speicherriegel unterschiedlicher Kapazität und Geschwindigkeit verwenden. Bei anderen Boards ist es notwendig, dass alle Riegel nicht nur die gleichen Werte, sondern die gleiche Chip-Struktur haben. Gegebenenfalls wird der gesamte Speicher mit der Geschwindigkeit des langsamsten Moduls betrieben, wodurch alle Vorteile der Multi-Channel-Technik hinfällig sind. Möchte man ganz sichergehen, dass der Multi-Channel-Betrieb perfekt funktioniert, ist es ratsam exakt gleiche Module vom selben Hersteller zu verwenden.

Fazit: Lohnt sich die Multi-Channel-Technik?

Ob sich der Dual- oder Quad-Channel-Speicher wirklich lohnt, ist ein heiß diskutiertes Thema. Praktisch alle heutigen Mainboards und ihre Speicherkontroller unterstützen mindestens Dual Channel und Quad-Channel ist bei den meisten Highend-Mainboards verfügbar. Mehrere kleinere Speicherriegel sind zwar etwas teurer als ein großer Riegel, gemessen an den Gesamtkosten ist der Preis jedoch vertretbar. Für Gamer und sonstige Anwender, die das Maximum an Leistung herausquetschen möchten, ist ein Aufrüstkit mit Dual- oder Quad-Channel-Speicher durchaus empfehlenswert. Andere Anwender investieren lieber in mehr RAM.

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