Der Ratgeber für dein ideales Aufrüstkit

Den eigenen PC aufrüsten: Tipps und Hinweise Office, Media und Gaming

Kaum eine Technologie der Welt entwickelt sich so schnell wie der Computer. Was vor zehn Jahren noch aktuell war, ist heute schon kaum mehr brauchbar. Woran liegt das? Die Weiterentwicklung von Hardwarekomponenten heißt noch lange nicht, dass man sie auch braucht und verbauen muss. Aber: Die Software zieht mit. Mittlerweile arbeiten sogar Internetbrowser fast wie kleine Betriebssysteme. Sie verfügen über integrierte HD-Multimediaplayer, können aufwändige Grafiken darstellen und sogar rechenintensive Programme ausführen. Vor einigen Jahren wäre das mit der technischen Kapazität eines herkömmlichen Computers unvereinbar gewesen. Andere Softwareprodukte wie Games, Video- oder Bildbearbeitung und sogar Office Programme rüsten Stück für Stück nach, so dass die Programme immer mehr leisten können und folglich auch immer hardwarehungriger werden. Früher oder später steht also beinahe jeder PC-Nutzer vor dem Problem, dass die aktuelle Software nicht mehr so richtig laufen will. Dann muss spätestens neue Hardware her, wenn der Frust nicht weiter steigen soll. Wann man am besten aufrüsten sollte, welche Komponenten für welche Anwendung die wichtigste Rolle spielen und wie eine solche Aufrüstung vonstattengeht – diese Fragen beantwortet der nachfolgende Text.
Wann sollte ich aufrüsten?

In den allermeisten Fällen wächst der Wunsch nach mehr Rechenpower, wenn eine neue Software ins Spiel kommt. Das kann zum Beispiel ein neues Betriebssystem sein. Auch wenn Mac OS, Windows oder diverse Linux-Distributionen grundsätzlich so gebaut werden, dass sie auch mit weniger als dem aktuellen High-End-Standard an Ressourcen zurechtkommen – nach ein paar Jahren ist für jeden Rechner dann irgendwann einmal Schluss. Und es gibt gute Gründe, das Betriebssystem aktuell zu halten, zum Beispiel um weitere Sicherheitsupdates zu erhalten.

Wer seinen Rechner vor allem beruflich nutzt, stößt nach einigen Jahren auch an seine Softwaregrenzen. Vor allem Bild-, Ton- oder Videobearbeitungssoftware ist hardwarehungrig. Ein Aufrüsten lohnt sich hier fast immer: Mit der neuen Software kann in der Regel schneller und mit größerem Funktionsumfang gearbeitet werden. Gerade auch beim Zusammenarbeiten mit Kollegen ist das Nutzen spezieller und aktueller Software kaum zu umgehen, da man beim Arbeiten auch von den benutzten Dateiformaten der anderen abhängig ist. Irgendwann kommt man dann an einen Punkt, an dem man die neuen Dateiformate der Mitarbeiter nicht oder nicht im vollen Funktionsumfang öffnen kann. Spätestens dann ist auch der Job gefährdet, wenn die Hardware nicht stimmt.

Am häufigsten und regelmäßigsten wird im Gaming-Bereich nachgerüstet. Computerspiele gehören zu den Softwareprodukten, die am meisten von der Hardware abhängig sind. Selbst mit einem High-End-Rechner kann es einem passieren, dass nach drei bis vier Jahren die Spiele der neuesten Generation schon Schwierigkeiten bereiten. Die Softwarefirmen wollen ihren Kunden etwas bieten: beste Grafik, komplexes Game Play, größtmögliche Inhalte. Das braucht vor allem Power.

Generell lässt sich sagen: Sobald eine neue Software nicht mehr zufriedenstellend läuft, sollte aufgerüstet werden. Bei Anwendungssoftware kann das bereits mit einigen wenigen Komponenten und für wenig Geld erledigt werden. Je länger man sich jedoch Zeit lässt und je hungriger die Software ist, desto bessere und mehr Hardware wird verlangt, um Programme und Games wieder flüssig zum Laufen zu kriegen. Das Geld ist so gut wie immer bestens angelegt: Nichts frustriert mehr als ein ruckelndes Spiel oder langsame Software bis hin zu regelmäßigen Abstürzen des ganzen Systems aufgrund von Überlastung. Ein Hardwareupdate ist nicht immer nur eine Sache des Komforts, es kann die Nerven schonen und auch die Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Welche Komponenten muss ich nachrüsten?

Welche Hardware ein Update benötigt, richtet sich vor allem nach dem Anwendungsgebiet. Wenn der Computer vor allem für Office und Internet gebraucht wird, reicht womöglich ein Update von Prozessor und RAM. Soll es ein Upgrade in Richtung Media geben, sollte auch die Grafikkarte mit einbezogen werden. Spätestens beim Aufrüsten fürs Gaming wird dann aber meist eine Komplettaufrüstung benötigt. Zwar ist auch beim Gaming die Grafikkarte das Gerät, das mit am meisten beansprucht wird, jedoch müssen die anderen Komponenten quasi „mitziehen“.

Das Problem, das bei einer einseitigen Aufrüstung auftritt, nennt sich „Flaschenhals-Effekt“. Ein Beispiel: Ein Gamer will für ein neues Spiel nachrüsten und verabreicht seinem alten Rechner eine neue Grafikkarte. Die neue Karte braucht deutlich mehr Saft als die alte und verlangt zum korrekten Funktionieren außerdem einen leistungsfähigen Prozessor. Ist also weder ein starker Prozessor noch ein kräftiges Netzteil vorhanden, kann die neue Karte ihren vollen Leistungsumfang nicht ausschöpfen. Der Effekt: Trotz der teuren Investition läuft das neue Spiel genauso schlecht oder nur mittelmäßig besser als zuvor. Für optimales Aufrüsten sollte immer die Gesamtheit des Systems betrachtet werden.

Knackpunkt CPU

Der Prozessor ist wohl bei allem eine der wichtigsten Einheiten des PCs. Vor allem seitdem sogenannte Multicore-Prozessoren zum Standard gehören, hat sich der Bedarf an Prozessorleistung auch bei der Entwicklung der Software verschoben. CPUs mit mehreren Kernen ermöglichen ein einfacheres Arbeiten an mehreren Dingen gleichzeitig. So kann ein Dual-Core-CPU beispielsweise mit einem Kern ein Musikprogramm befeuern, während der andere Kern unabhängig davon ein Video rendert. Früher wäre eine solche Mehrfachbelastung undenkbar gewesen. Einer der Prozesse hätte gestockt oder gar angehalten, während der andere fertiggestellt wird (die Älteren werden sich an dieses Problem sicher erinnern). Eine Aufrüstung in Richtung Mehrfachkern-CPU ist, ganz unabhängig von allen anderen Komponenten, dementsprechend immer eine Überlegung wert. Er kann das Arbeiten enorm komfortabler gestalten.

Das Ganze kann für einen Unbedarften schnell kompliziert werden: Was brauche ich für Komponenten? Ist mein Prozessor x noch gut genug für Grafikkarte y? Und wie viel Watt braucht eigentlich mein Netzteil? All diese Fragen lassen sich zwar mit einer intensiven Recherche beantworten, die einfache Lösung ist aber ein Aufrüst-Kit. Ein solches Kit beherbergt bereits gut aufeinander abgestimmte Komponenten, die harmonisch miteinander funktionieren und einem Flaschenhals-Effekt in jedem Fall vorbeugen. Außerdem kann die Aufrüstung per Kit bares Geld sparen. Wer weiß, ob vielleicht nach der neuen Grafikkarte im nächsten Jahr dann ein wenig mehr Arbeitsspeicher fällig wird? Mit einem Aufrüst-Kit ist der Frühjahrsputz für die Hardware auf jeden Fall vollumfänglich getan und der Nutzer für die kommende Generation zunächst abgesichert.

Wie rüste ich am besten auf?

Mit einem Aufrüst-Kit ist der User nicht nur in puncto Leistungsabstimmung der Komponenten, sondern auch bei der Frage der Montage gut bedient. Ein solches Kit hat bereits alle wichtigen Komponenten und nicht selten auch nützliches Zubehör für die einfache Montage im Paket. Dazu gehört beispielsweise auch ein Mainboard, dass ausreichend Slots für neue Komponenten bereithält, oder ein kräftiger Kühler, der dafür sorgt, dass das neue kraftvolle System nicht überhitzt. Mit einem Aufrüst-Kit braucht der Nutzer im Prinzip nur noch ein PC-Gehäuse und minimale Handwerkerfähigkeiten. Die meisten Hardwarekomponenten werden mit ein wenig Geschicklichkeit auf dem Mainboard platziert und mit einem einfachen Schraubenzieher festgezogen. Lediglich bei der Kühlung gibt es hin und wieder einige Besonderheiten zu beachten. Eins steht aber fest: Selbermachen spart bares Geld! Wer nicht aller paar Jahre seinen alten PC im Ganzen in den Müll wandern sehen will, für den ist das Aufrüst-Kit die beste Wahl. Sind alle Komponenten ordnungsgemäß montiert, kann der Spaß losgehen. Die neue Software läuft schnell, das Betriebssystem fährt schneller hoch und die aktuellsten Games faszinieren mit bester Grafik bei flüssiger Laufleistung. Ein klug nachgerüsteter PC kann für die Sinne und für die Nerven eine echte Wohltat sein.

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