AMD Ryzen 12 und 16 Kerner

Ryzen mit 12 und 16 Kernen

Am 3. März dieses Jahres begann der Verkauf der Ryzen 7 CPUs mit 8 Kernen plus SMT, also 16 virtuellen Kernen. Die Tests machten schon bald klar: mit dieser Architektur ist AMD ein großer Erfolg gelungen. Das vorläufige Spitzenmodell 1800X kann mit dem wesentlich teureren Achtkerner Intel Core i7-6900K praktisch gleichziehen. Gelegentliche Schwächen in einzelnen Anwendungen kommen wohl daher, dass die heutige Software noch nicht für die neue Architektur optimiert ist. Und dass der Intel Core i7-7700K mit vier echten und acht virtuellen Kernen noch als die beste CPU für Spieler gilt, liegt an der Tatsache, dass viele aktuelle Spiele mehr als acht virtuelle Kerne schlecht nutzen, und es wird allgemein erwartet, dass sich das in den nächsten Jahren ändert.

Aber es soll noch besser kommen. Die Hinweise verdichten sich, dass AMD noch dieses Jahr mit 12- und 16-Kern-Modellen mit 24 bzw. 32 virtuellen Kernen nachlegen wird. Anscheinend werden bereits Rechner mit Testmustern dieser Prozessoren im praktischen Einsatz getestet (ein “Area-51 R3” von Alienware mit einem Prozessor-Prototyp von AMD findet sich in der SiSoft Sandra Datenbank). Dafür soll eine neue Plattform kommen, die auf neuen Chipsätzen mit Namen X390 und X399 basiert. Während der X399 für Serversysteme mit zwei Sockeln je Mainboard gedacht ist, soll der X390 in Desktop-Rechnern mit einem Prozessor arbeiten.

Technische Details

Offiziell ist das alles noch nicht, aber es sind bereits etliche Details durchgesickert. Die TDP der 16-Kern-Variante bzw. einer der Varianten beträgt demnach 180 W bei Taktraten von 3,1 bis 3,6 GHz, und man kennt die Codebezeichnung eines 12-Kern-Prototyps (eines sogenannten Engineering Samples), aus der sich einige technische Einzelheiten ableiten lassen: Taktfrequenz 2,7 GHz, Turbotakt bis 3,2 GHz, 6 MB L2-Cache und wahrscheinlich mindestens 32 MB L3-Cache. Außerdem sind Blockdiagramme aufgetaucht, welche die Anbindung der Peripherie an den Prozessor im Einzelnen darstellen, und ebenso die Zeichnung eines Mainboard-Layouts mit dem Chipsatz X390 (vermutlich von Asus).

Dem lässt sich entnehmen, dass der Sockel AM44 heißt und 48 PCIe-3.0-Lanes zur Verfügung stellt, von denen vier die Verbindung mit dem Chipsatz bilden. Mit 2 mal 16 Lanes können zwei Grafikkarten mit voller Bandbreite (jeweils PCIe 3.0 x16) angebunden werden, wobei noch 12 Lanes für schnellen Festspeicher übrig sind. Die Plattform ist Intels X99/X299-Systemen sehr ähnlich. Das Mainboard-Layout mit X390 zeigt acht RAM-Bänke in zwei Vierergruppen, und im Blockdiagramm sind diese an vier Controller-Einheiten in der CPU angebunden, so dass vier Speicherkanäle (quad-channel) zu erwarten sind. Weiterhin sieht man hier auch alle anderen Dinge, die man von einer High-End-Plattform erwartet, unter anderem Dual-Gigabit-LAN und zahlreiche USB-Schnittstellen.

Zielgruppe

Für wen wird diese Plattform interessant sein? Erst einmal für Anwender von leistungshungrigen und gut parallelisierbaren Anwendungen wie etwa Videobearbeitung, die von der großen Zahl an Kernen profitieren können. Zweitens für Leute, die mit höchstem Anspruch spielen wollen. Mehr als acht Rechenkerne erscheinen dafür aus heutiger Sicht zwar unnötig, aber die gegenüber AM4 erheblich höhere Zahl von PCIe-Lanes ermöglicht den Einsatz von zwei Grafikkarten im Crossfire-/SLI-Betrieb ohne Einschränkung.

Dafür wäre auch ein Prozessor mit 8 Kernen als Einstiegsmodell zu wünschen, mit dem die Spieler etwas Geld sparen können, ohne die effektive Leistung für ihre Zwecke zu schmälern, vorausgesetzt natürlich, dass er auch eine ausreichende Zahl von Lanes unterstützt. Es ist gut vorstellbar, dass eine solche CPU kommen wird, aber sicher ist noch nichts.

Und wie viel wird es kosten? Zu diesem entscheidenden Punkt gibt es derzeit leider nur Spekulationen. Viele Interessenten hoffen darauf, dass der Preis mit der Rechenleistung nicht überproportional steigt und somit der 16-Kerner nicht mehr als das Doppelte des Ryzen 7 1800X kostet, also etwa 1100 Euro. Ziemlich sicher ist jedoch, dass man bezogen auf die Rechenleistung wesentlich günstiger wegkommen wird als mit der aktuellen High-End-Plattform von Intel mit dem Sockel 2011-3.

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