Computer übertakten – Tipps und Tricks

Mit Overclocking – dem Übertakten des Computers – ist es möglich, eine Performance-Verbesserung aus seinem PC herauszuholen. Wer also einen kleinen – oder auch großen – Geschwindigkeitsschub

Boost your system to the maximum power.

erreichen will, muss nicht zwingend auf die neueste Hardware zurückgreifen, sondern kann sein vorhandenes System (oder günstigere neue Hardware) übertakten, um die Performance seines PCs zu steigern. Grafikkarte, Prozessor und Arbeitsspeicher sind dabei die wichtigsten Kandidaten zum Overclocking.

Vor dem Start: Risiken bedenken

Bevor vom Übertakten die Rede ist, sollte auf ein paar Risiken hingewiesen werden. Die bestehenden Konfigurationen der Hardware im Computer sind seitens der Hersteller aus Sicherheitsgründen so eingestellt. Zwar sagen die meisten Hersteller, dass ein Übertakten ihrer Hardware in einem bestimmten Rahmen unproblematisch ist, dennoch gilt es, mögliche Folgen zu beachten. Hauptproblem beim Übertakten ist die zusätzliche Hitze, die entsteht, aber auch eine höhere Fehlerrate bei der Informationsverarbeitung. Die erste Gefahr ist also ein instabiles System und damit einhergehend Systemabstürze, die zu Datenverlust führen können. Eine weitere Gefahr sind Beschädigungen oder eine verkürzte Lebensdauer der Hardware. Das betrifft in erster Linie die übertaktete Hardware direkt, aber die zusätzliche Hitzeentwicklung kann auch umliegende Hardware im Computer beschädigen.

Datensicherung wichtig

Aufgrund der Risiken ist es sinnvoll, eine Datensicherung vorzunehmen. Regelmäßige Datensicherungen sind auch außerhalb des Overclocking eine Maßnahme, die unternommen werden sollte, aber in diesem Fall besonders erwähnenswert. Das Erstellen einer Recovery-DVD ist zu empfehlen, zu erstellen über ein Recovery-Tool. Freie Recovery-Tools sind einfach im Internet zu finden, die meisten Hersteller liefern ein solches Tool mit dem Computer mit. Die Betriebssysteme haben zudem – oder als Alternative – eine Backup-Funktion, die hier als Sicherungsmaßnahme genutzt werden kann. Hier sollte sowohl ein Backup-Punkt gesetzt werden, als auch eventuelle eine Backup-DVD erstellt. Auch für die Backup-Funktion zur Sicherung aller Daten gibt es freie Software im Internet. Wichtige und persönliche Daten sollten dennoch zusätzlich gesichert werden, beispielsweise auf einer externen Festplatte.

Übertaktung nur mit guter Kühlung

Ein weiterer Schritt, bevor es wirklich losgeht, ist das Prüfen, ob die Kühlung im Computer mit der zusätzlichen Hitzeentwicklung voraussichtlich zurechtkommen kann. Dafür ist ein Blick in den Computer notwendig. Das Gehäuse sollte optimalerweise über einen großen 120-Millimeter-Lüfter verfügen, der für einen guten Luftstrom durch das Gehäuse sorgt. Auch die empfindlichen Hardwarekomponenten wie Prozessor (CPU) und Grafikkarte (GPU), eventuell sogar der Arbeitsspeicher über separate Kühler – Lüfter oder Kühlkörper – verfügen. Die jeweiligen Standardausführungen reichen in der Regel für erstes Overclocking aus, wer aber einen echten Leistungsschub haben möchte, sollte auf leistungsfähigere Kühler setzen. Hersteller wie Cooler Master oder Scythe sind auf diese Art Kühler spezialisiert. Für die Extra-Kühlung muss aber auch genug Platz im Gehäuse vorhanden sein.

Welche Komponenten stecken im Computer?

Um mit dem Übertakten zu beginnen, müssen die Hardware-Komponenten bekannt sein. Je nach Hardware sind stärkere oder weniger starke Übertaktungen möglich. Hier helfen Software-Tools wie CPU-Z und GPU-Z. Über diese Tools lassen sich alle wichtigen Kennzahlen zu Prozessor, Grafikkarte sowie zusätzliche Informationen zum Arbeitsspeicher und Mainboard ausgeben. Dazu kommt eine Echtzeitanzeige für die Temperatur, der Lüftergeschwindigkeiten und der Performance / Auslastung des Systems.

Auf zum Übertakten

Nun kann es an die Übertaktungs-Tools gehen. Die verschiedenen Anbieter bieten hier ihre Tools zum Overclocking an. Ein umfassendes Tool ist beispielsweise Intel Extreme Tuning Utility, für AMD Prozessoren AMD Overdrive Utility, im Bereich Grafikkarte der MSI Afterburner. All diese Tools bieten für die jeweilige Hardware-Komponente umfangreiche Möglichkeiten der Übertaktung.

Die einfachste Variante ist hier das Erhöhen des sogenannten Multiplikators. Dieser Wert multipliziert mit der Basis-CPU-Frequenz (der Systemtakt) ergibt die tatsächliche Taktrate des Prozessors. Wird dieser Multiplikator also erhöht, wird die CPU übertaktet. Etwas riskanter ist die Alternative, den Systemtakt direkt zu erhöhen. Das hat dann auch Auswirkung auf Arbeitsspeicher und Grafikkarte und weitere Komponenten. Gerade für den Anfang ist das Vorgehen über den Multiplikator zu empfehlen.

Anzumerken hier ist zudem, dass je nach Baureihe die Prozessoren von Intel und AMD unterschiedlich stark übertaktet werden können. Frei wählbare Multiplikatoren sind möglich bei den Prozessoren Intel Core mit den Endungen K und X sowie bei AMD die Ausführungen FX, K und die Black Editions. Einfacher ist die Übertaktung bei Grafikkarten und der Arbeitsspeicher, wo die Kühlung in erster Linie der Engpass ist.

Überwachungs-Tools

Beim Übertakten sind ständig alle Kennzahlen der Hardware-Komponenten im Blick zu behalten. PC Meter ist ein Analyse-Tool, das den Prozessor, den Arbeitsspeicher und die Grafikkarte auswertet, diese Daten werden dann über die Tools All CPU Meter und GPU Meter ausgegeben. So kann schnell erfasst werden, wie die Temperaturen und die Performance sich entwickeln.

Benchmark setzen

Um die Performance-Steigerung durch das Overclocking genau festzustellen, ist ein Benchmark-Tool die richtige Wahl. Cinebench R15 ist ein Benchmark-Tool für die Prozessorleistung, 3DMark ein Benchmark-Tool für die Grafikkarte. Zunächst werden beide Tests im nicht übertakteten Zustand des Computers durchgeführt, um Daten für den “Normalzustand” zu haben. Optimalerweise werden beide Tests mehrmals durchgeführt, um einen Durchschnittswert zu bekommen – so ist die Leistung besser beurteilbar. Das Prozedere wird dann wiederholt in der übertakteten Variante. So wird ein Anhaltpunkt gewonnen, wie die Performance-Steigerung tatsächlich ausgefallen ist.

Stabilitätstest

Ein Stresstest beurteilt, wie stabil das übertaktete System denn nun läuft. Das Tool LinX belastet die CPUs und den Arbeitsspeicher damit, dass es Gleichungen lösen lässt. Bei LinX sollte die Problemgröße auf mindestens 25.000 gestellt werden und das Tool sollte mindestens fünf Minuten arbeiten, um einen guten Stresstest zu gewährleisten.

Für einen Stresstest bei Grafikkarten eignet sich das Tool Funmark. Das Tool lässt die Grafikkarte(n) einen rotierenden 3D-Ring mit Haaren berechnen. Ausgewählt werden sollten eine übliche Display-Auflösung, die größtmögliche Anti-Aliasing-Einstellung und die Burn-In-Option.

Das Tool HeavyLoad unterzieht der gesamten Hardware einen Stresstest. Welche Komponenten oder Kombinationen von ihnen genau getestet werden sollen, lässt sich zudem einstellen. HeavyLoad setzt die Komponenten dann einfach unter Höchstlast. Interessant hier auch, dass die Schreibgeschwindigkeit der Festplatte getestet werden kann.

Unabhängig vom Tool ist das Ziel dieser Tests nicht die Performance, sondern die Stabilität des Systems. Hier wird somit getestet, ob das System abstürzt oder Grafikfehler auftauchen. Diese zeigen sich dann nach wenigen Minuten. Hilfreich und zur Sicherheit sollten Sie hier mithilfe der Überwachungstools die Kennzahlen des Systems im Auge behalten.

Feintuning

Mithilfe dieser ganzen Tools und Tests können Sie sich so schrittweise an die Übertaktung herantasten. Einige der Übertaktungstools selbst beinhalten Performance- und Stabilitätstests, sodass hier direkt getroffene Einstellungen getestet werden können. Dennoch sollten zur Sicherheit über weitere Tools das System getestet werden.

Für das Feintuning sind bei den Übertaktungs-Tools auch die kleineren Einstellungsmöglichkeiten interessant. Wer über die vergleichsweise sichere Möglichkeit einer Multiplikatorveränderung hinausgehen möchte, kann auch mit Lüftergeschwindigkeiten und Spannungsversorgungen arbeiten, daneben natürlich direkt auf die Taktraten zugreifen. Um verschiedene Konfigurationen auszuprobieren, lassen sich auch verschiedene Profile erstellen. Damit ist fast nach Belieben eine Feineinstellung für das Übertakten möglich und Sie können sich dem Maximum schrittweise annähern.

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