Geforce oder Radeon Ratgeber

Grafikkarten – dieses Thema der Computertechnik ist eine Frage für Generationen. Einige benötigen nur eine geringe Leistung, andere wiederum brauchen eine enorme Performance, um etwa die aktuellsten Spiele laufen lassen zu können. Dabei teilt sich der Markt unter zwei großen Anbietern auf. Einmal Nvidia mit seinen Geforce-Grafikkarten und ATI mit der Radeon-Serie. Doch gerade hier besteht ein enormer Klärungsbedarf, denn Grafikkarte ist nicht gleich Grafikkarte, dabei Hersteller auf unterschiedliche Technologien setzen. Welche Karte sollte also zu welchem Zweck benutzt werden?

Verteilung am Markt

An erster Stelle soll ein Blick auf die Verteilung der beiden Grafikkarten am Markt geworfen werden. Dabei halten sich erstaunlicherweise beide Serien in etwa die Waage. Nvidias Geforce liegt gerade einmal mit drei Prozentpunkten vorne, sodass aus diesem Bild nicht wirklich eine Meinung gebildet werden kann. Beachtet man allerdings die Verteilung der Grafikkarten nach Klientel, so stellt man eindeutig fest, dass wesentliche mehr Gamer auf die Nvidia-Technologie setzen als umgekehrt. Doch was macht hier den besonderen Reiz dieser Karten aus? Es gilt allerdings zu beachten, dass bei einem noch differenzierteren Blick, auch der Art der Spiele entscheidend ist. Welches Modell kann nun also für welchen Zweck genutzt werden, wenn die Mischung doch eindeutig sehr Breitflächig in der Masse der Anwender ausfällt?

Nvidia Geforce

Nvidia Grafikkarten zeichnen sich in erster Linie durch verschiedene hochwertige und innovative Technologien aus. Zum einen kommt 3D-Vision zum Einsatz – eine Technik, die eine präzise Darstellung von 3D-Inhalten erlaubt. Durch eine besonders hervorragende Kantenglättung werden alle Texturen sehr klar und deutlich dargestellt, was auch bei schnellen Bildwechseln zu flüssigen Übergängen führt. Eine weitere wichtige Technologie ist Physx. Dieses System erlaubt die realistische Erzeugung von Effekten, Lichtbrechungen und vielem mehr. Hierdurch wird etwa ein Gaming-Erlebnis noch intensiver, denn die Physx-Technik bringt auch bei Fahrzeugen eine realistische Steuerung auf den PC. Auch bei anderen Anwendungen, etwa, wenn mit 3D-Cad-Programmen gearbeitet wird, kann Physx zur Unterstützung dienen, um realistische Belastungstests durchzuführen. Besonders geschätzt wird auch der Betrieb im SLI-Modus, wobei zwei Grafikkarten der gleichen Baureihe miteinander gekoppelt werden können. Dies hat zur Folge, dass beide sich gegenseitig unterstützen und so arbeiten, als würde es sich um eine Grafikkarte handeln. Auch die Nvidia-Cuda-Technologie bringt viele Vorteile mit sich, denn sie unterstützt den Prozessor etwa bei der Umwandlung von Videomaterial, wenn dieses zum Beispiel in ein anderes Format konvertiert werden soll. Regelmäßige Treiberupdates für neue Spiele runden das gesamte Bild dann ab.

ATI Radeon

Die Modelle der Radeon Serie liefern im Vergleich zu Nvidia eine eindeutig bessere anistropische Filterung. Zudem wird die Karte Weitem nicht so heiß, wie dies bei Nvidia-Kernen der Fall ist, was an einer besseren Konstruktionsweise des Kühlkörpers liegt. Dabei liefern die aktuellen Modelle schon jetzt eine Unterstützung für OpenGL 4.4 und 4.5 mit, wobei die endgültige Implantation Ende des Jahres erfolgen soll. Auch das Takten fällt bei einer Radeon Karte durchaus leichter, denn durch den frei verfügbaren “Radeon BIOS Editor” können wesentliche Einstellungen an der Taktfrequenz oder beim Speichertakt sehr leicht vorgenommen werden. Die Zerocore-Power-Technologie sorgt dabei für eine noch größere Stromersparnis, denn einzelne Rechenkerne werden nur dann zugeschaltet, wenn diese auch wirklich benötigt werden. Beliebt ist auch die Frame-Rate-Target-Control in der neuen Serie, die für eine kühle GPU sorgt, dass die Anzahl der Einzelbilder genau auf den Wert begrenzt wird, der für ein flüssiges Ablaufen von Programmen oder Spielen benötigt wird. Das Äquivalent zu Nvidias Cuda-Cores sind hier die Stream-Processing-Units, die eine vergleichbare Leistung liefern. Lediglich die Integration der Cuda-Cores in verschiedene Programme, ist hier schon weiter fortgeschritten.

Die passende Karte für jeden Zweck

Die oben aufgeführten Punkte sind lediglich die Highlights der verschiedenen Karten und werden gerade für Laien kaum zu verstehen sein. Daher soll nun – nach Einsatzgebieten aufgeteilt – gezeigt werden, welche Karte, für welchen Einsatzzweck besser geeignet ist.

Für den HD-Gaming-Einsatz

Hier mögen sich die Geister scheiden, aber gerade Nvidia hat mit der Geforce Serie hier die Nase vorn. Die Grafikkarten liefern einfach höhere Frameraten und durch die konsequente Physx-Unterstützung auch eine bessere Darstellung visueller Effekte. Wer einen Benchmark zu diesem Thema durchlaufen lässt, stellt schnell fest das alle Radeon-Karten hinter den aktuellen Modellen von Nvidia zurückbleiben, wenn es um das FX-Handling geht. Dabei bleibt die Framerate trotz immenser Bildwiederholungsraten fast stabil – ein Faktor, denn gerade beim HD-Gaming Radeon Karten nicht auf die gleiche Weise leisten können. Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass hier die Nvidia-Karten auch deutlich mehr Energie verbrauchen.

Gaming ohne HD

Spieler, bei denen die Auflösung der Spiele noch unter dem HD-Bereich liegt, haben allerdings mit der Radeon Karte die bessere Wahl getroffen. Nicht nur, dass diese Leiser ist, auch die Wärmeentwicklung ist deutlich geringer, was wiederum zu einer geringeren Lautstärke bei der Lüftung führt. Zudem können hier die Frame-Rate-Technologie und die hohe anistropische Filterung wahre Wunder bewirken, sodass das Bild in vielen Bereichen deutlich klarer erscheint. Nvidias Ausrichtung liegt klar auf dem HD-Gaming-Bereich, während die Einsatzmöglichkeiten der Radeon-Karten durchaus durchwachsen ausfallen, was auch dem einfachen Takten zu verdanken ist.

Bilddarstellung und Grafikbearbeitung

Bei der Darstellung von hochauflösenden Bildern und der Bearbeitung dieser, schneiden bei Karten-Modelle in etwa gleich gut ab. Einen leichten Vorteil hat hier zwar die Geforce, allerdings liegt dieser nur darin begründet, dass die Cuda-Technologie in einigen Programmen besser integriert ist. Dafür arbeiten die Streamprozessoren der Radeon-Modelle auch ohne eine direkte Unterstützung etwas leistungsfähiger, sodass sich dieser Unterschied sehr schnell wieder aufhebt. Gerade bei besonders Bilddateien zeigte sich, dass sowohl ATI als auch Nvidia in Sekundenbruchteilen einen Aufbau der Datei ermöglichen und Änderungen vornehmen können. Deutliche Unterschiede waren hier nicht zu erkennen.

Videobearbeitung und Konvertierung

Durch die Cuda-Technologie, welche in vielen Video-Konvertierungstools enthalten ist, hat hier eindeutig Geforce die Nase vorn. Durch die Unterstützung der Kerne wird die Bearbeitung wesentlich schneller ausgeführt, wobei auch der Prozessor deutlich entlasten werden kann. Auch bei ATI mit den Processing Units sieht es gut aus, aber selbst wenn diese unterstützt werden, kommt die Leistung doch nicht ganz an jeder Geforce-Modelle heran. Anders sieht es wieder beim Schnitt und der Bearbeitung von Videomaterial aus. Hier liegen – trotz Cuda-Technologie – beide Karten gleich auf, da die Processing-Units nicht zwangsläufig eine Integration in die verwendete Software voraussetzen, sondern eine Unterstützung der anstehenden Gleitkommaopperationen vornehmen.

Virtualisierung

Die hauseigene Virtualisierung-Technologie von ATI setzt Virtualisierungsprozesse deutlich schneller um, als dies bei Nvidia der Fall ist. Allerdings kann Nvidia im Gegensatz dazu auf Technologie von Intel zurückgreifen, welche gerade auf solchen Systemen zu einer besseren Performance führt. Daher sollten sich Nutzer, die auf Intelboards oder Chipsätze setzen, eher auf Nvidia berufen, während andere Chipsätze doch eher von ATI Grafikkarten angesprochen werden können.

Die Grafikkarte für den Hausgebrauch

Die oben genannten Fakten haben alle eine gewisse Bedeutung, sofern diese im Einsatz am PC auch benötigt werden. Doch was ist mit dem normalen User Zuhause, der höchstens einmal ein Spiel spielt oder aber im Internet surft und Büroarbeit erledigt? Für Gamer alle Art kann hier eindeutig zu Nvidia-Geforce geraten werden. Die Grafikkarte bringt wie bereits erwähnt, im HD-Bereich die besseren Leistungen und auch bei anderen Spielen kann der Physx-Chipsatz von Nutzen sein. Für Anwendungen am PC, wie etwa normale Bearbeiten der Urlaubsfotos kann dann aber auch ATI gesetzt werden. Hier wird eine höhere Rechenleistung schon durch die Processing Units garantiert, was sich auch deutlich an der Geschwindigkeit der Bild- oder Videobearbeitung sehen lässt.

Wer allerdings eine Grafikkarte für den professionellen Einsatz sucht, der sollte sich im Vorfeld exakt überlegen, was er mit dieser anstellen möchte. Anhand der eigenen Kriterien muss dann bei beiden Herstellern nach der passenden Karte gesucht werden, oder man lässt sich der Einfachheit halber besser beraten.

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